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08.09.2026 · 8 Min. Lesezeit

Kennt ChatGPT dein Unternehmen? Der 5-Minuten-Selbsttest für Betriebe in Graz

Immer mehr Menschen fragen ChatGPT statt Google nach einem Betrieb in ihrer Nähe. Mit diesem Selbsttest findest du in fünf Minuten heraus, ob dein Unternehmen in Graz dabei vorkommt.

Beispiel einer KI-Antwort mit drei genannten Betrieben und einem freien Platz als Selbsttest für Unternehmen in Graz

Die meisten Beiträge zum Thema KI-Sichtbarkeit erklären, was Generative Engine Optimization ist und warum sie wichtig wird. Das haben wir auch schon gemacht. Was fast nirgends steht: wie du in fünf Minuten selbst nachprüfst, wo du gerade stehst.

Genau darum geht es hier. Kein Tool, keine Anmeldung, keine Agentur nötig. Du brauchst ein ChatGPT-Konto (die Gratisversion reicht) und ungefähr fünf Minuten.

Warum das überhaupt relevant ist

Wenn jemand in Graz früher einen Steuerberater gesucht hat, hat er gegoogelt und aus zehn blauen Links ausgewählt. Heute fragt ein Teil dieser Leute ChatGPT, Perplexity oder die KI-Antwort direkt über den Google-Ergebnissen. Und dort gibt es keine zehn Links. Dort gibt es drei Namen.

Der Unterschied ist entscheidend: Bei Google warst du auf Platz 8 und wurdest gelegentlich geklickt. In einer KI-Antwort bist du entweder unter den genannten Betrieben oder du existierst für diesen Nutzer nicht. Ein Mittelfeld gibt es nicht.

Wie das in Graz konkret aussieht, haben wir an 80 Betrieben gemessen. Die Ergebnisse stehen in unserer KI-Sichtbarkeits-Studie. Kurzfassung: Das Feld ist noch kaum bearbeitet. Wer jetzt nachschärft, hat wenig Konkurrenz.

Der Selbsttest in vier Schritten

Wie teste ich, ob ChatGPT mein Unternehmen kennt?

Stelle ChatGPT in einem temporären Chat die Frage so, wie ein Kunde sie stellen würde, also nach der Leistung und dem Ort statt nach deinem Firmennamen. Notiere, welche Betriebe genannt werden, wiederhole dieselbe Frage in einem zweiten System wie Perplexity und frage anschließend nach, worauf sich die Antwort gestützt hat. Der ganze Test dauert etwa fünf Minuten und braucht kein kostenpflichtiges Konto.

01 Stell die Frage, die dein Kunde stellen würde

Öffne ChatGPT und tippe die Frage so ein, wie sie ein echter Interessent formulieren würde. Nicht deinen Firmennamen. Das ist der häufigste Fehler beim Selbsttest.

  • Falsch: "Was weißt du über die Tischlerei Mustermann in Graz?"
  • Richtig: "Ich suche einen Tischler in Graz für einen Einbauschrank nach Maß. Wen kannst du empfehlen?"

Formuliere drei bis fünf solcher Fragen, jeweils aus einem anderen Blickwinkel:

  • Die reine Suchfrage: "Wer macht in Graz X?"
  • Die Problemfrage: "Bei mir ist Y kaputt, an wen wende ich mich in Graz?"
  • Die Vergleichsfrage: "Worauf achte ich bei der Auswahl eines X-Betriebs in Graz?"
  • Die Preisfrage: "Was kostet X in Graz und wer bietet das an?"

Wichtig: Nutze ein frisches Chatfenster oder den temporären Chat. Sonst beeinflusst dein bisheriger Verlauf das Ergebnis und du testest nicht die Realität, sondern deine eigene Historie.

02 Notiere, wer genannt wird

Schreib mit, welche Betriebe auftauchen. Meistens sind es drei bis fünf Namen. Interessant sind dabei drei Dinge.

Bist du dabei? Wenn ja, an welcher Stelle und mit welcher Beschreibung. Manchmal wird man genannt, aber falsch beschrieben. Das ist fast schlimmer als gar nicht genannt zu werden.

Wer ist dabei, den du nicht erwartet hättest? Oft sind es nicht die größten Betriebe, sondern die mit den besten strukturierten Informationen im Netz.

Welche Quellen zieht das System heran? Klick die Quellenangaben an, wenn welche angezeigt werden. Bei lokalen Anfragen sind das häufig Branchenverzeichnisse, Google-Einträge, Bewertungsportale und regionale Medien. Selten die schönste Website.

03 Wiederhole den Test in einem zweiten System

Dieselben Fragen in Perplexity oder in der Google-KI-Übersicht. Die Ergebnisse unterscheiden sich oft deutlich, weil die Systeme unterschiedliche Quellen gewichten.

Wenn du in einem System vorkommst und im anderen nicht, liegt das fast immer an einer bestimmten Quellenart, die dir fehlt. Perplexity zieht zum Beispiel stärker aus aktuellen Webinhalten, während Google-Antworten stark am Unternehmensprofil und an Maps hängen. Wie du dort besser dastehst, steht in unserem Beitrag zu Local SEO in Graz.

04 Frag nach, warum

Das ist der Schritt, den fast niemand macht, und der am meisten bringt. Stell im selben Chat eine Nachfrage: "Warum hast du gerade diese Betriebe genannt? Worauf hast du dich dabei gestützt?"

Die Antwort ist keine technische Wahrheit, aber sie zeigt dir, welche Informationen über deine Branche im Netz überhaupt greifbar sind. Sehr oft kommt dabei heraus: Bewertungen, klare Leistungsbeschreibungen, eindeutige Angaben zu Standort und Einzugsgebiet. Genau das sind die Stellschrauben.

Der zweite Test: Was deine Search Console verrät

Wenn du Zugriff auf die Google Search Console deiner Website hast, gibt es einen zweiten Test, der deutlich härter ist als der erste. Und den kaum jemand kennt. Geh auf Leistung, dann auf Suchanfragen, und schau dir an, ob dort Einträge stehen, die keine Suchbegriffe sind, sondern ganze Sätze.

Was bedeuten die langen, satzartigen Suchanfragen in der Search Console?

Lange, satzartige Einträge im Suchanfragen-Bericht sind in aller Regel Prompts, die ein KI-System zur Recherche an eine Suchmaschine weitergibt, während es eine Antwort für einen Nutzer zusammenstellt. Formulierungen wie "welche Anbieter kommen dafür infrage, bitte online recherchieren" tippt kein Mensch in ein Suchfeld. Taucht deine Seite dort auf, warst du im Kandidatenkreis, aus dem die Antwort gebaut wurde.

Um sie zu finden, filterst du am einfachsten nach Anfragen, die Wörter wie "welche", "bitte", "wir suchen" oder "empfehlen" enthalten. Klassische Suchanfragen enthalten diese Wörter fast nie.

Der eigentliche Wert liegt nicht in der Zahl, sondern im Wortlaut. Du liest dort, wie deine Kunden ihr Problem tatsächlich beschreiben, wenn sie mit einer KI reden statt mit einer Suchmaske. Das ist meist deutlich konkreter und emotionaler als jedes Keyword. Wer diese Formulierungen aufgreift und auf der eigenen Website beantwortet, hat einen Vorsprung, den kein Recherche-Tool liefert.

Ein wichtiger Vorbehalt dazu: Eine Impression bedeutet nur, dass deine Seite in der Ergebnisliste war. Ob du in der fertigen Antwort auch genannt wurdest, steht dort nicht. Das ist die Vorstufe zur Sichtbarkeit, nicht die Sichtbarkeit selbst. Wer beides gleichsetzt, redet sich das Ergebnis schön.

Was du mit dem Ergebnis anfängst

Was mache ich, wenn ChatGPT meinen Betrieb gar nicht nennt?

Wenn dein Betrieb bei keiner der Testfragen genannt wird, fehlen meist drei Dinge: eine Website, die die Leistungen in klaren, ganzen Sätzen benennt statt in Marketingfloskeln, ein vollständig ausgefülltes Google-Unternehmensprofil und Erwähnungen auf Seiten außerhalb der eigenen Domain. Der schnellste Hebel ist fast immer das Unternehmensprofil: vollständige Leistungsliste, korrekte Kategorien, aktuelle Öffnungszeiten, Fotos, Beiträge. Das kostet nichts außer einer Stunde Arbeit.

Was tue ich, wenn ich zwar genannt, aber falsch beschrieben werde?

Dann liegt im Netz veraltete oder widersprüchliche Information über dich: eine alte Adresse in einem Verzeichnis, eine Leistung, die du längst nicht mehr anbietest, ein früherer Firmenname. KI-Systeme mitteln über das, was sie finden, und Widersprüche führen zu vagen oder falschen Aussagen. Praktisch heißt das: alle Verzeichniseinträge durchgehen und vereinheitlichen. Firmenname, Adresse und Telefonnummer müssen überall exakt identisch geschrieben sein, bis zur Abkürzung in der Straße.

Was mache ich, wenn Mitbewerber vor mir genannt werden?

Schau dir an, was diese Betriebe haben, das du nicht hast. In neun von zehn Fällen ist es eines von drei Dingen: deutlich mehr Bewertungen, Erwähnungen in regionalen Medien oder Fachportalen, oder Inhalte auf der eigenen Website, die konkrete Fragen konkret beantworten statt allgemein über Qualität zu reden.

Der technische Punkt, den fast alle übersehen

Prüf, ob deine Website für KI-Systeme überhaupt lesbar ist. Ruf deinedomain.at/robots.txt im Browser auf. Wenn dort Einträge stehen, die GPTBot, OAI-SearchBot, PerplexityBot oder ClaudeBot sperren, schließt du dich selbst aus.

Viele Websites haben diese Sperren in den letzten zwei Jahren bekommen, oft ohne dass der Betrieb davon weiß, weil eine Agentur oder ein Plugin sie automatisch gesetzt hat. Es war damals als Schutz gegen unerlaubtes Auslesen von Inhalten gedacht. Heute ist es für die meisten lokalen Betriebe ein reiner Nachteil.

Das ist eine Zeile in einer Textdatei. Und für manche Betriebe der Grund, warum sie in keiner einzigen KI-Antwort vorkommen. Was auf der technischen Seite sonst noch zählt, steht in unserem Beitrag zu Schema Markup.

Wie oft du das wiederholen solltest

Einmal im Quartal reicht. Notier dir die Fragen und die genannten Betriebe in einer einfachen Tabelle mit Datum. Nach zwei, drei Durchgängen siehst du eine Entwicklung, und du merkst auch, ob eine Maßnahme etwas gebracht hat.

Warum bekomme ich bei derselben Frage unterschiedliche Antworten?

Weil KI-Systeme nicht deterministisch antworten und bei jeder Anfrage unterschiedliche Quellen heranziehen. Dieselbe Frage kann heute und morgen andere Namen liefern. Deshalb ist ein einzelnes Ergebnis kein Beweis. Aussagekräftig wird der Test erst als Muster über mehrere Fragen und mehrere Durchgänge.

Zusammengefasst

KI-Sichtbarkeit ist kein abstraktes Zukunftsthema, sondern etwas, das du heute in fünf Minuten messen kannst. Der Test kostet nichts und die häufigsten Baustellen, die er aufdeckt, kannst du zum Teil selbst beheben: Unternehmensprofil vervollständigen, Einträge vereinheitlichen, robots.txt prüfen, Leistungen in klaren Sätzen auf der eigenen Seite beschreiben.

Der Rest, also Autorität aufbauen, Erwähnungen erzeugen, Inhalte zitierfähig strukturieren, ist Arbeit über Monate. Aber der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Und die machst du am besten selbst, bevor dir jemand eine verkauft.

Häufige Fragen zum Selbsttest

Brauche ich ein bezahltes ChatGPT-Konto für den Test?

Nein, die Gratisversion reicht für den Selbsttest aus. Achte nur darauf, einen temporären Chat oder ein frisches Fenster zu verwenden, damit dein bisheriger Verlauf das Ergebnis nicht verfälscht.

Kann ich mich in KI-Antworten einkaufen?

In die Antwort selbst nicht. Werbung in ChatGPT wird getrennt vom Antworttext ausgespielt und beeinflusst die Empfehlung nicht. Sichtbarkeit in der Antwort selbst entsteht ausschließlich über Inhalte, Quellen und Erwähnungen. Wie das Werbeformat funktioniert, steht in unserem Beitrag zu ChatGPT Ads in Österreich.

Wie lange dauert es, bis Änderungen wirken?

Realistisch mehrere Wochen bis Monate. Ein vervollständigtes Unternehmensprofil oder eine korrigierte robots.txt kann schneller Wirkung zeigen, der Aufbau von Autorität und Erwähnungen dauert länger.

Du hast den Test gemacht und das Ergebnis gefällt dir nicht? Wir sehen uns an, woran es liegt und was sich davon in welcher Reihenfolge beheben lässt